Time Based Media Hauptprojekt: World Sensing
Prof. Annika Larsson / Vera Shchelkina
Dienstags 15.30-19.00
In unseren wöchentlichen Treffen beschäftigen wir uns mit der Entwicklung und Verfeinerung individueller und kollektiver zeitbasierter Medienprojekte. Gemeinsam recherchieren wir, experimentieren mit Arbeitsprozessen, halten Präsentationen und geben Feedback zu den Projekten. Unter dem Begriff „World Sensing“ konzentrieren wir uns auch in diesem Sommersemester weiterhin auf emergente Realitäten und Ökosysteme der Interdependenz.
In our weekly meetings, we engage in the development and refinement of individual and collective time-based media projects. Together, we conduct research, experiment with work processes, give presentations, and provide feedback on the projects. Under the term “World Sensing,” this summer semester we continue to focus on emerging realities and ecosystems of interdependence.
Time Based Media: Artist Talks & Screenings
Prof. Annika Larsson & Gäste
21.4.2026 Rindon Johnson
16.6.2026 Chto Delat
Weitere Program t.b.a.
In a series of Screenings & Artist Talks, which takes place on Tuesday evenings every second week, we will gather in different Muthesius locations (SPCE, Kesselhaus & The ZFM Seminarroom), in order to, together and with invited guests, look at, listen to and discuss a selection of contemporary time based media works and practices.
In einer Reihe von Künstlergesprächen und Screenings, die jeweils am Dienstagabends (jede 14 Tage) stattfinden, werden wir uns an verschiedenen Orten der Muthesius (SPCE, Kesselhaus & Seminarraum des ZFM) treffen, um gemeinsam mit eingeladenen Künstlern eine Auswahl zeitgenössischer zeitbasierter Medienarbeiten und -praktiken zu betrachten, anzuhören und zu diskutieren.
Caught in a Spiders Web II: Tentacular Thinking as Strategic Research & Practice Methodology
Doireann O’Malley
Blockseminar 22-24 April & 8-10 Juli
This block seminar explores Donna Haraway’s concept of Tentacular Thinking as a strategic research and production methodology for contemporary moving image practice. Combining close theoretical reading, curated screenings, field-based filming exercises, and experimental editing labs, the course reframes authorship, temporality, and ecological relation in the context of late capitalism and queer chronopolitics. Students engage with sympoiesis (“making-with”), multispecies entanglement, distributed agency, and non-linear narrative structures as practical tools for filmmaking. Through collaborative critique and methodological reflection, participants will develop a relational research framework and produce a short moving image work.
Self Erasure, Personal Film and Archives as a Starting Point for Situational and Performative Film Practices .
Alisa Berger
Blockseminar 11-14 May 2025
The block seminar focuses on personal film, oral history, camera-less storytelling, memory, and artistic practices that challenge ideological historiography and conventional narrative forms. Individual family histories, genealogies, and archives are approached as material situated within political and aesthetic contexts.
The seminar is practice-oriented. While collective screenings and discussions form part of the course, the primary emphasis lies on experimentation and execution. Through hands-on exercises and short-form experiments, dialogue emerges from concrete artistic processes rather than remaining at a purely conceptual or research-based level. This approach encourages early formal decisions and first artistic gestures, countering tendencies to remain in prolonged conceptualisation without entering production.
Taking the film Three Borders as a central reference, the seminar investigates personal film and family archives as cinematic strategies to counter ideological, national, and systemic forms of historical erasure.
The film operates through genealogical fragments, oral transmission, and archival displacement, tracing family histories across political systems in which individual biographies are often subordinated to collective identity — whether under federal governance, capitalist or communist regimes, as well as within social and community structures.
Three Borders works through anecdote, repetition, omission, and the deliberate removal or substitution of images, foregrounding how memory persists precisely where official historiography fails. Positioned in an anti-documentary register, the film introduces fictional or speculative elements and employs strategies associated with magical realism in order to challenge documentary authority and historical coherence.
Building on this approach, the seminar explores a range of related methods: experimental work with archives, the projection of archival logic onto non-archival images, personal oral history as artistic material, and the productive use of absence — of images, documentation, or evidence — as a means of tracing family histories and dynasties not as linear heritage, but as contested, unstable, and politically shaped formations.
Camera as Sensory Practice – Artistic Cinematography in the Field.
Julia Tielke
Blockseminar 1-5 Juni und 9 Juli 2026
Das Seminar widmet sich Sensorischer Ethnografie als künstlerischer und filmischer Praxis.
Anhand ausgewählter Filme analysieren wir Bildgestaltung, Ton, Rhythmus und Atmosphäre und erarbeiten zentrale Aspekte der Filmsprache — von Kadrierung und Perspektive bis zu Bewegung, Montage und dem bewussten Einsatz von Sound. Theoretische Ansätze der sensorischen Ethnografie werden dabei mit konkreten filmischen Strategien verknüpft.
Film wird als sinnliches Forschungsinstrument verstanden: Wie kann Cinematografie Wahrnehmung formen? Wie lassen sich Raum, Körper und Zeit filmisch erfahrbar machen?
Im zweiten Teil gehen wir ins Feld und besuchen PARKS in Hamburg. Dort realisieren die Studierenden eigenständig kurze filmische Arbeiten und arbeiten mit professionellem Film- und Tonequipment. Fragen der Kameratechnik — Belichtung, Fokus, Bewegung und Tonaufnahme — werden praxisnah im Produktionsprozess vertieft.
Das Seminar verbindet Filmrezeption, Theorie und eigenständige filmische Praxis.
Demokratie gestalten – Demokratie stärken | DLC
Prof. Annika Larsson, Prof. Annika Frier, Prof. Christiane Kruse
Mittwochs 9.30-10.45
Wie kann Demokratie gelingen und welchen Beitrag können Kunst, Design und Medien dazu leisten?
Die westliche Demokratie, die sich nach den bürgerlichen Befreiungskämpfen im 18. Jahrhundert in Europa als politisches System etabliert hat, basiert auf Institutionen und Regeln, die für alle Bürger:innen eines Landes gelten sollen.
Seit sich im 21. Jahrhundert wegen Kriegen und anderer humanitären Katastrophen in vielen Teilen der Welt Flüchtlingsbewegungen nach Europa ausgebildet haben, wollen rechtsnationale politische Parteien und populistische Bewegungen in verschiedenen Nationalstaaten Europas verhindern, das Menschen aus humanitären Gründen immigrieren. Gegenwärtig erstarken rechtsnationale Parteien in vielen Teilen Europas und der Welt.
Ein Kurs der Rechtspopulisten richtet sich gegen Kulturschaffende und Intellektuelle, sognannte „woke“ Teile der Gesellschaft, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzen und Teilhabe aller Menschen vertreten, die sich nach den Regeln der demokratischen Verfassung in die Gesellschaft eingliedern wollen. Andere, wie etwa Querdenker, fühlen sich vom Staat in ihrer Freiheit bedroht und befürworten eine radikal libertäre Gesellschaft, die in dann autoritäre Züge annimmt.
Rechtspopulismus und rechts gerichtete Parteien wollen Kultur und Medien für ihre nationalen, rückwärtsgewandten Zielen vereinnahmen. Sie wissen, dass Kultur eine identitätsstiftende Funktion in der Gesellschaft einnimmt – und wollen den offenen und freiheitlichen Kunst- und Kulturbegriff durch eine enge Auslegung von Begriffen, wie Tradition, Nation, Heimat, Familie, ersetzen. Demokratie und Teilhabe aller Menschen an Kultur und Gesellschaft werden wenn nicht bekämpft so doch in Frage gestellt. Auf der Filmbiennale in Berlin wurde jüngst Meinungsfreiheit von Politikern in Frag gestellt.
Das Seminar wird sich deshalb mit Kunst, Design, Kommunikationsformen und – Medien befassen, die dazu beitragen wollen, Demokratie zu gestalten und dadurch zu stärken.
Design hat – beginnend mit der Nachkriegsmoderne in Deutschland, insbesondere durch die Gründung der HfG Ulm 1953 – stets den demokratischen Gehalt, insbesondere des Industriedesigns, betont. Heute verwenden Designer:innen Ansätze wie Open Design, Nutzerzentrierung, Inklusion und Slow Design, um der Lebenswelt der Menschen entsprechend zu entwerfen. Designer:innen selbst sind zunehmend aktivistisch geprägt und stärker politisch interessiert. Insbesondere der Klimawandel und seine Folgen haben eine deutliche Hinwendung zu politischen Fragestellungen bewirkt. War es einst die Aufgabe, Demokratie nach dem Ende des Nationalsozialismus überhaupt wieder in die Gesellschaft zu tragen, so gilt es heute, sie zu erhalten und zugleich im Sinne größerer Diversität weiterzuentwickeln.
Exkursion zur Manifesta – Bochum, Gelsenkirchen, Duisburg, Essen: 23.-26.Juni
Time Based Media: Grundlehre
Prof. Annika Larsson
Dienstags 13.30-14.15
Wie funktionieren verschiedene historische und aktuelle zeitbasierte Medientechnologien? Wie sind Technologien, Diskurse und Protokolle an der Gestaltung unserer Realitäten, Identitäten und Zukünfte beteiligt? Wie sehen die Machtverhältnisse innerhalb dieser Interaktionen und Prozesse aus?
In diesem Seminar lernen wir grundlegende Kenntnisse über historische und aktuelle zeitbasierte Medientechnologien und -Formate. Wir werden daran knüpfende Fragen der Neutralität und der (Un)Sichtbarkeit von Technologien näher betrachten. Zudem werden wir einige praktische Experimente durchführen und eine Auswahl von Film- und Medienarbeiten von historischen und zeitgenössischen Künstlern und Filmemachern ansehen und diskutieren.
How do different historical and contemporary time-based media technologies work? How are technologies, discourses and protocols involved in shaping our realities, identities and futures? What are the power relations within these interactions and processes?
In this seminar we will learn basic knowledge about historical and current time-based media technologies and formats. We will take a closer look at related questions of neutrality and (in)visibility within technologies. We will also carry out some practical experiments and view and discuss a selection of film and media works by historical and contemporary artists and filmmakers
Almost Documentary – Wenn Bilder vorgeben, wahr zu sein
Eugenia Bakurin
Dienstags 14.00-15.30
Das Seminar baut auf theoretischen und historischen Kenntnissen zu zeitbasierten Medientechnologien auf und führt diese in eine eigenständige künstlerische Praxis über. Im Zentrum steht die Frage, wie Medientechnologien, ihre Protokolle und impliziten Regeln in audiovisuellen Arbeiten sichtbar, erfahrbar oder irritierbar gemacht werden können.
In jeder Sitzung werden kurze praktische Experimente durchgeführt, die sich jeweils auf einen konkreten Aspekt zeitbasierter Medien beziehen (z. B. Aufzeichnung, Wiederholung, Interface, Zeitsteuerung, Bild-Ton-Relation, Archivmaterial). Diese Experimente dienen als Grundlage für die Entwicklung eigener filmischer oder installativer Arbeiten.
Die Studierenden arbeiten mit einfachen technischen Mitteln und klaren konzeptionellen Vorgaben, um mediale Prozesse nicht als neutrale Werkzeuge, sondern als gestaltende und strukturierende Akteure zu begreifen. Die Ergebnisse werden kontinuierlich diskutiert und weiterentwickelt.
Abgeschlossen wird das Seminar mit einer gemeinsamen Präsentation in Form einer Ausstellung oder eines öffentlichen Screenings. Ziel ist es, die entstandenen Arbeiten in einen räumlichen und diskursiven Zusammenhang zu setzen und ihre Wirkung über den Seminarraum hinaus sichtbar zu machen.
Das Seminar richtet sich insbesondere an Studierende des Kommunikationsdesigns ab dem 3. Semester und setzt die Bereitschaft zu experimenteller praktischer Arbeit sowie zur gemeinsamen Reflexion voraus.
Max. 12 Teilnehmer*innen. KoDe 3. Semester bevorzugt.
Voraussetzung: Seminar „Time Based Media: Grundlehre“ abgeschlossen
Anmeldung: Über diesen Workspace, möglich erst NACH der Infoveranstaltung des ZfM
FILM ALS KUNST
Laura Cordt
Blockseminar t.b.a
In dem viertägigen Blockseminar geht es darum, Film als Medium der Kunst zu erfassen und zu nutzen. Ziel ist die künstlerische und technische Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich Film sowie die Erstellung eines (ersten) eigenen experimentellen Kurzfilms.
Über eine theoretische Annäherung anhand exemplarischer Arbeiten werden verschiedene Zugänge zum Thema Experimentalfilm erörtert, welche später bei der praktischen Umsetzung des eigenen Projektes als Grundlage dienen. Eine offene Aufgabenstellung, die Einteilung des zeitlichen Ablaufes in verschiedene Arbeitsphasen und die Einführung in Film- und Schnitttechnik werden als weitere grundlegende Orientierungshilfen bereitgestellt. Die intensive Betreuung der einzelnen Projekte ermöglicht eine ideale Umsetzung dieser.
Durch die Arbeit mit professionellen Kameras, Tonaufnahmegeräten, Beleuchtungsequipment und Filmstativen sowie dem Videoschnitt- und Bearbeitungsprogramm „Adobe Premiere Pro“ erlangen die Studierenden grundlegende Kenntnisse, welche sie befähigen, filmisch tätig zu werden. Das Seminar ist offen für alle Studiengänge und richtet sich insbesondere an Studierende, die in ein Studium mit dem Schwerpunkt Film einsteigen wollen.






