02.07.2025 Open Air Art-Kino I zeigt Filme von Andrew Kotting/ Eden Kotting, Graeme Arnfield und Muthesius Kunshochschule

Ort: Kieler Schloss (Hof)

Open Air Art Cinema ist ein Format, das von Studierenden des Studiengangs Time Based Media an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Projekts Nukleus Kiel kuratiert ist. Eigene filmische Arbeiten treten in Dialog mit Werken etablierter Künstler*innen sowie mit Filmen von Studierenden anderer Kunsthochschulen

Open Air Art Cinema is a format curated by students of the Time Based Media Program at Muthesius in the frame of Nukleus Kiel.  Their own film works enter into dialogue with works by established artists as well as with films by students from other art schools.

Curated by
Lilly Altmann, Şeyda Okumuş, Sophia Lindner, Maxim Lewandowski, Jane Han

Programm
Muthesius Kunsthochschule:
* Phuong Linh Nguyen, Kindertraum, 2021 (3-4min)
* Vanessa von Appen, Muschimaus, 2024 (1 min)
* Waldemar Bauer (15min)
* Seoyeong Choi (5min)

Phuong Linh Nguyen, Kindertraum, 2021 (3-4min)
Diese im Jahr 2021 fertiggestellte Stop-Motion-Animation „Kindertraum“ ist eine persönliche Erkundung von Kindheitserinnerungen. Der Film wurde vollständig aus Knetmasse gefertigt und ist mit den evokativen Klängen traditioneller Tempelmusik unterlegt. Er dient als visuelle und auditive Reminiszenz an die prägenden Jahre des Filmemachers, insbesondere an die Zeit, die sie mit ihrer Großmutter in einem örtlichen Tempel verbrachte. Die Animation bietet eine einzigartige und nostalgische Perspektive auf eine geschätzte Zeit.

Vanessa von Appen, Muschimaus, 2024 (1 min)
Der Kurzfilm „Muschimaus“ (2024) wurde mit Zeichenkohle auf Papier und Öl auf Glas animiert. Der Sound des Films enthält eine dokumentaktive Skizze, in Form einer Audioaufnahme aus einer Bahnfahrt, in der eine Person als „Muschimaus“ und später als „hässlich“ bezeichnet wird. Degradierung und Catcalling werden hierbei offen gelegt. Die Absurdität und die sprachliche Gewalt dieser Momentaufnahme, soll durch die Bebilderung und Soundmontage verstärkt werden.

Artist Films:
* Andrew Kotting, Eden Kotting, All At See, 2015 (3:20 mins)
Ein Begleitwerk zum Film It’s All In The Mind – nur dass wir diesmal nicht an Land festsitzen, sondern uns auf offener See befinden. Edens Zeichnungen sind vom Wasser inspiriert und zeigen Fische, Boote und Sterne. Die Arbeit ist eine bewegte Hommage an die Collagen, die Eden in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit ihrem Vater Andrew geschaffen hat.

ENGLISH
A companion piece to the film It’s All In The Mind except this time we are not land-locked, we are all-at-sea. Eden’s drawings are aquatically themed featuring fish, boats and stars. The work is a moving image celebration of the collages that Eden has been making with her father Andrew for the last five years.

* Graeme Arnfield, The Phantom Menace, 2019 (36:32mins)
Willkommen im Zeitalter der kosmischen Strahlung! Im Jahr 2021 erreichte die Sonne ihren niedrigsten Aktivitätsstand seit Beginn der Wissenschaft. Ihre einst schützenden magnetischen Wellen schwächten sich dramatisch ab. Während dieser solaren Flaute drangen mächtige intergalaktische Strahlen in unsere Atmosphäre ein. Sie stammen aus den explosiven Überresten längst vergangener toter Sterne – lautlose, unsichtbare und hochgeladene Teilchen, die nur durch ihre Auswirkungen wahrnehmbar waren: durch das, was sie mit unseren Körpern und den Technologien taten, auf die wir uns glaubten verlassen zu können.

„The Phantom Menace“ versammelt Geschichten der jüngeren Vergangenheit über den Kontakt mit kosmischer Strahlung – in immer tieferen Höhenlagen. Der techno-getriebene, stroboskopartige Climate-Fiction-Film entstand im Dialog mit verschiedenen Lagerarbeiter*innen von Amazon. Ursprünglich inspiriert von den Plänen der US-Regierung, ihre empfindlichen Vorhersage-Supercomputer tief unter der Erde zu vergraben, um sie vor diesen kommenden uralten außerirdischen Eindringlingen zu schützen, spekuliert der Film mithilfe ehemals teurer, niedrig aufgelöster wissenschaftlicher Visualisierungen – produziert auf genau diesen Supercomputern – über die Rolle von Bildarbeit in einer unterirdischen nahen Zukunft. Flugzeuge stürzten ab, Computer versagten, Wahlen gerieten aus dem Ruder – das alles war nur das Vorspiel auf die Zukunft.

ENGLISH
Welcome to the age of cosmic radiation! In 2021 the Sun fell to its lowest point of activity since the birth of science. Its magnetic waves that once shield the Earth dramatically weakened. During this solar lull powerful intergalactic cosmic rays penetrated our atmosphere. Originating eons ago from the explosive remnants of dead stars these silent, invisible and highly charged particles were only noticed in their affect – in what they did to our bodies and to the technologies we thought we could rely upon.

Compiling stories from the recent past of interaction with cosmic radiation at ever descending altitudes, “The Phantom Menace” is a techno driven stroboscopic climate fiction film written in conversation with various Amazon warehouse workers. Initially inspired by the proposed plans for the U.S government to install their fragile predictive supercomputers deep underground in order to protect them from these upcoming ancient alien invaders, the film uses once costly low-resolution scientific visualizations produced on these supercomputers to speculate on the role of image labour in the subterranean near future. Planes crashing, computers malfunctioning and elections going haywire – these were just the prequel to the future.

07.07.2025 ,

Time-based Media

Wie kann die Time Based Media an der Gestaltung der Welt und an der Eröffnung von Möglichkeiten für das Andere mitwirken?

Wie können wir spekulativ, performativ und materiell mit einem breiten Spektrum neuer Technologien experimentieren und auch aus dem Veralteten, Ausgeschlossenen oder Vergessenen schöpfen?
Wie können wir Computermedien nicht als Herrschaftsinstrumente oder als Bedrohung, sondern als interagierende Kraft der Resonanz und Reaktion umdenken?
Was können wir aus spontanen, unvorhersehbaren und situierten Begegnungen lernen?

Das Lehrgebiet Time-based Media umfasst neben den Grundlagen und traditionelle Aspekte des bewegten Bildes (Film, Video, Ton) eine dezidierte Auseinandersetzung mit den medientechnologischen Entwicklungen unserer Zeit, wie zum Beispiel der Virtual Reality, Generative Media und Künstliche Intelligenz. Das Lehrgebiet ist fachbereichsübergreifend und somit offen für Studierende der freien Kunst und der Designbereiche. Es kann begleitend, in Kooperation und auch als Schwerpunkt studiert werden.
Im Rahmen des Programms beschäftigen wir uns mit vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen zeitbasierten Medienpraktiken und -prozessen. Durch Forschung, Workshops, Projekte, Exkursionen, Festivals und Ausstellungen erforschen und experimentieren wir mit analogen und digitalen Techniken und Formaten, darunter Video, Film, Sound, VR, AR sowie sensorische, interaktive und generative Medien. Im Rahmen des Programms untersuchen wir, welche Rolle Technologien bei der Gestaltung unserer Realitäten spielen, und suchen nach Möglichkeiten, aus der Standardisierung und Dominanz von Systemen auszubrechen.

Im Mittelpunkt steht die individuelle (oder kollektive) Arbeit in Form von Experimentalfilmen und Medienprojekten. Ziel ist es, die Studierenden zu ermutigen, ihre eigenen künstlerischen Ausdrucksformen und Forschungsfelder zu entwickeln und ihre Arbeit kritisch zu reflektieren und in einen soziokulturellen Kontext zu stellen. Weitere Ziele sind die Förderung und Ermutigung zu kollaborativer Forschung, Experimentieren und Austausch.

Unser Programm mit Künstlergesprächen, Vorführungen, Salons und Symposien ermöglicht es den Studierenden, mit einer Reihe von Perspektiven, Diskursen und Praktiken innerhalb des expandierenden Feldes der zeitbasierten Medien in Kontakt zu kommen. Zu den Gastrednern des SoSe 25 gehören Kyriaki Goni, Elisa Giardina Papa, Rindon Johnson und Jenna Sutela.
Als Teil des Zentrums für Medien bietet das Programm außergewöhnliche Möglichkeiten, interdisziplinäre Forschung und Netzwerke innerhalb und außerhalb der Universität aufzubauen. Das Muthesius Medienlabor, das DLC und die Werkstätten bieten einzigartige Möglichkeiten, technische Fertigkeiten zu erlernen und zu vertiefen sowie mit verschiedenen Technologien zu experimentieren und sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Medienwerkstätten des Fachbereichs sind mit einer breiten Auswahl professioneller Geräte und Technologien für Produktion und Präsentation ausgestattet und bieten Unterstützung durch ihr Fachwissen.

Abschlüsse

Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
Bachelor of Arts (B.A.)

Master of Fine Arts (M.F.A.)
Master of Arts (M.A.)

Fragen ?

Prof.in  Annika Larsson
T 0431 / 5198 – 486
E larsson@muthesius.de