Ort: Kieler Schloss (Hof)
Open Air Art Cinema ist ein Format, das von Studierenden des Studiengangs Time Based Media an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Projekts Nukleus Kiel kuratiert ist. Eigene filmische Arbeiten treten in Dialog mit Werken etablierter Künstler*innen sowie mit Filmen von Studierenden anderer Kunsthochschulen
Open Air Art Cinema is a format curated by students of the Time Based Media Program at Muthesius in the frame of Nukleus Kiel. Their own film works enter into dialogue with works by established artists as well as with films by students from other art schools.
Curated by
Lilly Altmann, Şeyda Okumuş, Sophia Lindner, Maxim Lewandowski, Jane Han
Programm
Muthesius Kunsthochschule:
* Phuong Linh Nguyen, Kindertraum, 2021 (3-4min)
* Vanessa von Appen, Muschimaus, 2024 (1 min)
* Waldemar Bauer (15min)
* Seoyeong Choi (5min)
Phuong Linh Nguyen, Kindertraum, 2021 (3-4min)
Diese im Jahr 2021 fertiggestellte Stop-Motion-Animation „Kindertraum“ ist eine persönliche Erkundung von Kindheitserinnerungen. Der Film wurde vollständig aus Knetmasse gefertigt und ist mit den evokativen Klängen traditioneller Tempelmusik unterlegt. Er dient als visuelle und auditive Reminiszenz an die prägenden Jahre des Filmemachers, insbesondere an die Zeit, die sie mit ihrer Großmutter in einem örtlichen Tempel verbrachte. Die Animation bietet eine einzigartige und nostalgische Perspektive auf eine geschätzte Zeit.
Vanessa von Appen, Muschimaus, 2024 (1 min)
Der Kurzfilm „Muschimaus“ (2024) wurde mit Zeichenkohle auf Papier und Öl auf Glas animiert. Der Sound des Films enthält eine dokumentaktive Skizze, in Form einer Audioaufnahme aus einer Bahnfahrt, in der eine Person als „Muschimaus“ und später als „hässlich“ bezeichnet wird. Degradierung und Catcalling werden hierbei offen gelegt. Die Absurdität und die sprachliche Gewalt dieser Momentaufnahme, soll durch die Bebilderung und Soundmontage verstärkt werden.
Artist Films:
* Andrew Kotting, Eden Kotting, All At See, 2015 (3:20 mins)
Ein Begleitwerk zum Film It’s All In The Mind – nur dass wir diesmal nicht an Land festsitzen, sondern uns auf offener See befinden. Edens Zeichnungen sind vom Wasser inspiriert und zeigen Fische, Boote und Sterne. Die Arbeit ist eine bewegte Hommage an die Collagen, die Eden in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit ihrem Vater Andrew geschaffen hat.
ENGLISH
A companion piece to the film It’s All In The Mind except this time we are not land-locked, we are all-at-sea. Eden’s drawings are aquatically themed featuring fish, boats and stars. The work is a moving image celebration of the collages that Eden has been making with her father Andrew for the last five years.
* Graeme Arnfield, The Phantom Menace, 2019 (36:32mins)
Willkommen im Zeitalter der kosmischen Strahlung! Im Jahr 2021 erreichte die Sonne ihren niedrigsten Aktivitätsstand seit Beginn der Wissenschaft. Ihre einst schützenden magnetischen Wellen schwächten sich dramatisch ab. Während dieser solaren Flaute drangen mächtige intergalaktische Strahlen in unsere Atmosphäre ein. Sie stammen aus den explosiven Überresten längst vergangener toter Sterne – lautlose, unsichtbare und hochgeladene Teilchen, die nur durch ihre Auswirkungen wahrnehmbar waren: durch das, was sie mit unseren Körpern und den Technologien taten, auf die wir uns glaubten verlassen zu können.
„The Phantom Menace“ versammelt Geschichten der jüngeren Vergangenheit über den Kontakt mit kosmischer Strahlung – in immer tieferen Höhenlagen. Der techno-getriebene, stroboskopartige Climate-Fiction-Film entstand im Dialog mit verschiedenen Lagerarbeiter*innen von Amazon. Ursprünglich inspiriert von den Plänen der US-Regierung, ihre empfindlichen Vorhersage-Supercomputer tief unter der Erde zu vergraben, um sie vor diesen kommenden uralten außerirdischen Eindringlingen zu schützen, spekuliert der Film mithilfe ehemals teurer, niedrig aufgelöster wissenschaftlicher Visualisierungen – produziert auf genau diesen Supercomputern – über die Rolle von Bildarbeit in einer unterirdischen nahen Zukunft. Flugzeuge stürzten ab, Computer versagten, Wahlen gerieten aus dem Ruder – das alles war nur das Vorspiel auf die Zukunft.
ENGLISH
Welcome to the age of cosmic radiation! In 2021 the Sun fell to its lowest point of activity since the birth of science. Its magnetic waves that once shield the Earth dramatically weakened. During this solar lull powerful intergalactic cosmic rays penetrated our atmosphere. Originating eons ago from the explosive remnants of dead stars these silent, invisible and highly charged particles were only noticed in their affect – in what they did to our bodies and to the technologies we thought we could rely upon.
Compiling stories from the recent past of interaction with cosmic radiation at ever descending altitudes, “The Phantom Menace” is a techno driven stroboscopic climate fiction film written in conversation with various Amazon warehouse workers. Initially inspired by the proposed plans for the U.S government to install their fragile predictive supercomputers deep underground in order to protect them from these upcoming ancient alien invaders, the film uses once costly low-resolution scientific visualizations produced on these supercomputers to speculate on the role of image labour in the subterranean near future. Planes crashing, computers malfunctioning and elections going haywire – these were just the prequel to the future.



