12.11.2024 Exkursion: Hamburg Kunstverein: Austellung: In and Out of Place. Land after Information 1992 – 2024

Besuch im Kunstverein Hamburg. Führung durch Martin Karcher

ür die Gruppenausstellung In and Out of Place. Land after Information 1992 – 2024 versammelt der Kunstverein in Hamburg eine Reihe von künstlerischen Praktiken, die sich mit der Umwandlung von Land im Rahmen des Informationszeitalters befassen und die vielfältigen Zusammenhänge und Folgen der stetigen Übersetzung von Land als Ressource der dritten industriellen Revolution untersuchen. Ziel der Ausstellung ist es, ein tieferes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Wissensformen und ihren materiellen Auswirkungen innerhalb des Anthropozäns zu fördern – sowohl als epistemische als auch als erdgebundene Ressourcen, lokal wie global. Dabei steht situiertes Wissen im Gegensatz zu den scheinbar unsichtbaren Prozessen der digitalen Entmaterialisierung, die in der Erdkruste wurzeln – unter der zunehmenden Last der digitalen Cloud, dem unersättlichen Bedarf bei der Produktion von Mikrochips nach Mineralien und den endlosen Strecken, die Unterseekabel zurücklegen, um den Hunger nach globalen Datenströmen zu stillen, deren jüngster Anstieg auf Large Language Models in der künstlichen Intelligenz zurückzuführen ist.

Vor diesem Hintergrund wird der Begriff des Ortes als ein durch sedimentierte soziale und ökologische Geschichte geprägter Schauplatz zunehmend durch die Globalisierung, Minen, Kabelnetze, Serverstationen, Häfen, Schifffahrtsrouten und Satelliten untergraben. Im Zuge dessen verändert sich die konstitutive Bedeutung von Land für die Formierung des Selbst. Um die Jahrtausendwende zeichnete Miwon Kwon in ihrem Buch One Place after Another die Geschichte des Ortspezifischen bis hin zur Globalisierung nach und bezog sich dabei auf den französischen Philosophen Henri Lefebvre: „Da der abstrakte Raum [der Moderne und des Kapitals] zur Homogenität, zur Beseitigung bestehender Unterschiede oder Besonderheiten neigt, kann neuer Raum nur entstehen (produziert werden), wenn er Unterschiede betont.(Lefebvre 1991, zitiert in Kwon 2002: 157)

Künstler*Innen:  Emmanuel Van der Auwera, Dineo Seshee, Calel Edgar, Liu Chuang, Phoebe the Gorgon, Sayawciansayaw, Peter Fend, Florian Hüttner, Ralf Weißleder, Ami Lien, Enzo Camacho, Angela Melitopoulos, Jotam Mombaca, Allan Sekula, Noël Burch, Vinoja T., and Giorgos Tigkas.

Kuratiert von Milan Ther & Dr. Martin Karcher

06.01.2025 ,

Time-based Media

Wie kann die Time Based Media an der Gestaltung der Welt und an der Eröffnung von Möglichkeiten für das Andere mitwirken?

Wie können wir spekulativ, performativ und materiell mit einem breiten Spektrum neuer Technologien experimentieren und auch aus dem Veralteten, Ausgeschlossenen oder Vergessenen schöpfen?
Wie können wir Computermedien nicht als Herrschaftsinstrumente oder als Bedrohung, sondern als interagierende Kraft der Resonanz und Reaktion umdenken?
Was können wir aus spontanen, unvorhersehbaren und situierten Begegnungen lernen?

Das Lehrgebiet Time-based Media umfasst neben den Grundlagen und traditionelle Aspekte des bewegten Bildes (Film, Video, Ton) eine dezidierte Auseinandersetzung mit den medientechnologischen Entwicklungen unserer Zeit, wie zum Beispiel der Virtual Reality, Generative Media und Künstliche Intelligenz. Das Lehrgebiet ist fachbereichsübergreifend und somit offen für Studierende der freien Kunst und der Designbereiche. Es kann begleitend, in Kooperation und auch als Schwerpunkt studiert werden.
Im Rahmen des Programms beschäftigen wir uns mit vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen zeitbasierten Medienpraktiken und -prozessen. Durch Forschung, Workshops, Projekte, Exkursionen, Festivals und Ausstellungen erforschen und experimentieren wir mit analogen und digitalen Techniken und Formaten, darunter Video, Film, Sound, VR, AR sowie sensorische, interaktive und generative Medien. Im Rahmen des Programms untersuchen wir, welche Rolle Technologien bei der Gestaltung unserer Realitäten spielen, und suchen nach Möglichkeiten, aus der Standardisierung und Dominanz von Systemen auszubrechen.

Im Mittelpunkt steht die individuelle (oder kollektive) Arbeit in Form von Experimentalfilmen und Medienprojekten. Ziel ist es, die Studierenden zu ermutigen, ihre eigenen künstlerischen Ausdrucksformen und Forschungsfelder zu entwickeln und ihre Arbeit kritisch zu reflektieren und in einen soziokulturellen Kontext zu stellen. Weitere Ziele sind die Förderung und Ermutigung zu kollaborativer Forschung, Experimentieren und Austausch.

Unser Programm mit Künstlergesprächen, Vorführungen, Salons und Symposien ermöglicht es den Studierenden, mit einer Reihe von Perspektiven, Diskursen und Praktiken innerhalb des expandierenden Feldes der zeitbasierten Medien in Kontakt zu kommen. Zu den Gastrednern des SoSe 25 gehören Kyriaki Goni, Elisa Giardina Papa, Rindon Johnson und Jenna Sutela.
Als Teil des Zentrums für Medien bietet das Programm außergewöhnliche Möglichkeiten, interdisziplinäre Forschung und Netzwerke innerhalb und außerhalb der Universität aufzubauen. Das Muthesius Medienlabor, das DLC und die Werkstätten bieten einzigartige Möglichkeiten, technische Fertigkeiten zu erlernen und zu vertiefen sowie mit verschiedenen Technologien zu experimentieren und sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Medienwerkstätten des Fachbereichs sind mit einer breiten Auswahl professioneller Geräte und Technologien für Produktion und Präsentation ausgestattet und bieten Unterstützung durch ihr Fachwissen.

Abschlüsse

Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
Bachelor of Arts (B.A.)

Master of Fine Arts (M.F.A.)
Master of Arts (M.A.)

Fragen ?

Prof.in  Annika Larsson
T 0431 / 5198 – 486
E larsson@muthesius.de